Wasser, Schatten und Erfrischung II

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Paradies

Kleine Seele, springst im Tanze,
Legst in warme Luft den Kopf.
Hebst die Füße aus glänzendem Gras,
Das der Wind in zarte Bewegung treibt.
Frische Fülle, quellendes Wasser,
Stürmisches, friedliches, hohes,
Sich ausbreitendes Wachsen.
Glückselige Oase.

Morgen nach durchtobter Nacht.
Mit dem Himmel Brust an Brust.

Friede, Versöhnung, Versinkung.



Franz Kafka, 1883 - 1924


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mehr Erfrischung weltweit gibt es hier: watery wednesday



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Wasser, Schatten und Erfrischung I

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Wasser

Doch nun will ich dienen der Menschenhand,
In der Thäler sanftes, grünes Gewand
Will ich den silbernen Gürtel weben,
Will die frommen, hellen,
Plaudernden Wellen
Ruhig schlängelnd durch Gärten gießen,
Will schwatzend an Blumen vorüberfließen;
Der Hirsch, das Reh
Sollen aus meinen Fluten trinken
Und in holdem Weh,
Wenn die Sterne blinken,
Mag eine Jungfrau, die einsam wacht
In lauer Sommernacht,
Meinem Rauschen
Lauschen.


Friedrich Theodor von Vischer, 1807 - 1887

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noch mehr Wasserbilder hier: watery wednesday

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sehen - erleuchtet

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Ich bin der Überzeugung, daß Verstand, und sei er noch so hell erleuchtet, wenig ausrichtet, ist er nicht mit Enthusiasmus gepaart. Der Verstand ist die Maschine; je vollkommener jede Einzelheit an ihr, je zielbewußter alle Teile ineinander greifen, umso leistungsfähiger wird sie sein, – aber doch nur virtualiter, denn, um getrieben zu werden, bedarf sie noch der treibenden Kraft, und dies ist die Begeisterung.

Houston Steward Chamberlain


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Rosen und Dichter I

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Es hingen, wie duftende Hände von Frauen,
Blaß die Akazienblüten im Blauen;
Sie streuten uns süße Betäubung aus,
Die Füße fanden nicht mehr nach Haus.

Wir suchten im Gras nach tiefgrünen Ecken,
Wollten berauscht das Auge verstecken;
Kein Versteck war uns dunkel genug,
Weil's Auge Feuer ins Dunkel trug.

Es hingen an Gittern die Rosen wie Tropfen,
Wie Herzen, die schmachtend an Gitter klopfen;
Vor Rosen fanden wir kaum das Haus,
Rosen brannten das Auge aus.

Und wär' ich erblindet, wär' dies geschehen,
Ich müßte immer und ewig dich sehen,
Denn keine Blindheit macht dunkel genug,
Weil ich im Auge wie Feuer dich trug.




Max Dauthendey, 1867 - 1918
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Sommerfrüchte

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Die Menschen sollen sich einander bei den Händen fassen und nicht nur gut sein, 
sondern auch froh. Die Freude ist der Sommer, der die inneren Früchte färbt und schmilzt.

Jean Paul

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Hoffnung II

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Die Hoffnung ist die einzige gütige Gottheit, die noch unter den Menschen weilt. Alle anderen haben uns verlassen und sind zum Olymp aufgestiegen. Doch der Mensch, so lange er noch das Licht der Sonne sieht, erfreut sich an der Vielfältigkeit der Hoffnung.

Theognis von Megara, um 540 - 500 v. Chr.

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mehr Himmel sehen: skywatch friday


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sehen - innen

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Das eine Auge des Fotografen schaut weit geöffnet durch den Sucher,
das andere, das geschlossene, blickt in die eigene Seele.


Henri Cartier-Bresson


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lago di como - estate sul acqua

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Der Sommermittag lastet auf den weißen
Terrassen und den schlanken Marmortreppen
die Gitter und die goldnen Kuppeln gleißen
leis knirscht der Kies. Vom müden Garten schleppen
sich Rosendüfte her - wo längs der Hecken
der schlaffe Wind entschlief in roten Matten
und geisternd strahlen zwischen Laubverstecken
die Götterbilder über laue Schatten.
Die Efeulauben flimmern. Schwäne wiegen
und spiegeln sich in grundlos grünen Weihern
und große fremde Sonnenfalter fliegen
traumhaft und schillernd zwischen Düfteschleiern.


Prof. Dr. Ernst Maria Richard Stadler, 1883 - 1914

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* noch mehr Sommer Wasserbilder gibt es hier: watery wednesday


* W - wie Wasser - und noch mehr "W" gibt es hier: abc wednesday - w
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lebendige Gedanken

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Bisweilen stelle ich mir die Farben als lebendige Gedanken vor,
Wesen reiner Vernunft, mit denen ich mich auseinandersetzen kann.


Paul Cézanne, 1839 - 1906


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sehen - Fülle

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Wer allen Reichtum in sich weiß, ihn aus sich selbst lebendig macht,
der findet Fülle, wo er steht, und Paradiese, wo er geht.

Unbekannt

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lago di como - un pizzico di fortuna

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Es ist das Glück ein flüchtig Ding,
Und war's zu allen Tagen;
Und jagtest du um der Erde Ring,
Du möchtest es nicht erjagen.

Leg' dich lieber ins Gras voll Duft
Und singe deine Lieder;
Plötzlich vielleicht aus blauer Luft
Fällt es auf dich hernieder.

Aber dann pack' es und halt' es fest
Und plaudre nicht viel dazwischen;
Wenn du zu lang' es warten läßt,
Möcht' es dir wieder entwischen.



Emanuel Geibel, 1815 - 1884


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weitere Sonntagsszenen gibt es hier: Scenic Sunday


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lago di como - riflessione

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Schönheit ist Ewigkeit, die sich selbst im Spiegel erschaut.

Khalil Gibran, 1883 - 1931

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im Park der Villa Melzi in Bellagio, Comer See


für weitere reflektive Fotografien bitte hier klicken: Weekendreflection

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lago di como - delizia

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Genießen wir, was uns der Tag beschert!
Wer weiß, ob solch ein Tag uns wiederkehrt.

Hafis, um 1320 - 1388

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Pavillon am Comer See im Garten der Villa Melzi in Bellagio

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lago di como - blaue Stille

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Das Wertvollste im Menschenleben sind ja die stillen heiligen Stunden. Sie sind ja die Brunnenstube aller gesunden, starken, kristallklaren, schöpferischen Gedanken, Worte, Taten. Aus diesen Urtiefen quillt und treibt das Schöpferische, Gute, Edle herauf.

Johann Wolfgang von Goethe


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noch mehr Wasserbilder rund um die Welt gibt es hier: Watery Wednesday



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Grazie I

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Grazie ist die natürliche Verschmelzung der Formen und Motive des geistigen wie des körperlichen Lebens; Grazie ist die unmittelbar angeschaute Harmonie des Gegensätzlichen, also eine Ruhe in der Bewegung. Die Ellipse von Sinnlichkeit und Ruhe in der Bewegung. Die Ellipse von Sinnlichkeit und Geist.


Bogumil Goltz, 1801 - 1870

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U is ... unexpectedly splendid

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Die Natur entfaltet ihre Pracht bisweilen ohne Zweck, zuweilen sogar mit einem Luxus.

Anne Louise Germaine de Staël, 1766 - 1817

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Die Bilder sind in dem zauberhaften Kakteengarten des "Centro Artesania Molino de Antigua" in   Antigua, auf der kanarischen Insel Fuerteventura, entstanden.


noch mehr Unerwartetes zu "U" gibt es hier: abc wednesday: "U" 


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Grazie III - Das Lied der Blume

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Ich bin ein Wort,
das die Natur gesprochen
Und dann zurückgenommen
In ihrem Herzen barg,
Um es ein zweites Mal zu äußern.
Ich bin ein Stern, der einst vom blauen Himmel
Auf einen grünen Teppich fiel.

Khalil Gibran

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noch mehr Blau gibt es weltweit hier: blue monday 


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Blautöne - Mittagsruhe am See

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Mittagsruhe

Goldner Nebelsonnenduft
Überhaucht Gebirg und Flur.
Droben steht ein Wölkchen nur
In der windstill reinen Luft.


Auf dem See ein Fischerkahn
Mit den Segeln gelb und blau,
Drauf gemalt die Himmelsfrau,
Zieht wie träumend seine Bahn.



Rings kein Laut der wachen Welt
Um des Monte Baldo Thron,
Gleich als wüßten's alle schon,
Daß der Alte Siesta hält.



Leis am Ufer gluckst die Flut;
Auch der Kummer, der zur Nacht
Mich um meinen Schlaf gebracht,
Hält den Atem an und ruht.



Paul von Heyse, 1830 - 1914



this last picture dedicated to Sergio.

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weitere Sonntagsszenen weltweit gibt es hier: Scenic Sunday
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