Nebelwald X

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Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin,
wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.



Jean Paul

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Nebelwald IX

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Regentag im Herbst

Still vom grauen Himmelsgrunde
Sprüht der sanfte Regenstaub -
Trüber Tag und trübe Stunde -
Thränen weint das rothe Laub;
Vom Kastanienbaum ohn' Ende
Schweben still die welken Hände.

Trübe Herbstesregentage:
Gerne wandr' ich dann allein,
Was ich tief im Herzen trage,
Leuchtet mir in hellem Schein;
In die grauen Nebelräume
Spinn' ich meine goldnen Träume.

Und so träum' ich still im Wachen,
Bis der Abend niedersinkt,
Und in all den Regenlachen
Sanft und roth sein Abglanz blinkt.
In der Nähe, in den Weiten:
Rosenschimmer bessrer Zeiten!


Heinrich Seidel, 1842-1906




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Nebelwald VII

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An Wundern ist niemals Mangel in dieser Welt, sondern nur am Sichwundernkönnen.

Gilbert Keith Chesterton

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Nebelwald V

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Die Natur ist die große Ruhe gegenüber unserer Beweglichkeit. Darum wird sie der Mensch immer mehr lieben, je feiner und beweglicher er werden wird. Sie gibt ihm die großen Züge, die weiten Perspektiven und zugleich das Bild einer bei aller unermüdlichen Entwicklung erhabenen Gelassenheit.

Christian Morgenstern

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Nebelwald IV

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Liebe ist nicht Umklammern, bis man keine Luft mehr kriegt.
Liebe ist umarmen, bis man wieder frei atmen kann.

Unbekannt

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Nebelwald III

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Suchet jetzt die Tage so zu färben,
der Moment hält seine Farben treu,
daß, wenn nach und nach die Freuden sterben,
bleibender Genuß im Rückblick sei.


Johann Gottfried Seume



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Nebelwald II

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O Herbst, was ist lieblicher, als deine Schritte im Tal?
Was ist herrlicher, als dein Wandel auf den Hügeln?

Wilhelm Raabe

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Nebelwald I

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Graue Nebelschwaden wallen
In den Tälern, um die Höhen.
Bleich und bleicher scheint die Sonne,
Ohne Licht und ohne Wärme.

Öde Felder, kahle Fluren,
Wo in Duft man sonst gewandelt -
Scharfer Wind durchfaucht die Wälder
Und das Laub stiebt von den Bäumen.

Eichhorn sucht das warme Nest schon,
Wenn zu rau die Lüfte blasen,
Sang und Lieder sind verstummet,
Nur der Häher krächzt und kreischet.

Und so rückt der Winter näher,
Langsam, tappend, aber ständig
Kürz're Tage, läng're Nächte,
Mit dem Reif, dem weißen kalten.

Scheiden, scheiden klagt's in Tönen,
Klagt's in Blicken, weint's verstohlen
Wieder nah't das große Sterben
Und das Bahrtuch wird gebreitet.

Heinrich Kämpchen

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Staunen

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Es ist die große Torheit, die Natur eines Gegenstandes nur in ihm allein zu
erforschen, da diese Natur in dem einen oft verhüllt und verborgen, in anderen offenbar und handgreiflich ist und dort Staunen erregt, während sie hier nicht einmal beachtet wird.

Sir Francis von Verulam Bacon

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Forest Walk - wordless

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Herbst - Farben

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Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel, 1813 - 1863

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Es gibt eine Stille des Herbstes bis in die Farben hinein.

Hugo von Hofmannsthal, 1874 - 1929

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Begegnungen - schöne Linien

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Schönheit ist das von uns erblickte Spiegelbild einer außerordentlichen Freude der Natur.

Friedrich Nietzsche




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congeniality - Weltgeheimnis

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... Jedem leisen Verfärben
Lausch ich mit stillem Bemühn,
Jedem Wachsen und Sterben,
Jedem Welken und Blühn.

Was da webet im Ringe,
Was da blüht auf der Flur,
Sinnbild ewiger Dinge
Ists dem Schauenden nur.

Jede sprossende Pflanze,
Die mit Düften sich füllt,
Trägt im Kelche das Ganze
Weltgeheimnis verhüllt.


Emanuel Geibel, 1815 - 1884


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Herbst - Gedanken

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Bedenk', ist irgend Leben mehr erlebt
Als deiner Träume Bilder? Und mehr dein?
Du schläfst allein. Die Türe ist verriegelt.
Nichts kann geschehn. Und doch von dir gespiegelt,
Hängt eine fremde Welt in dich hinein.

Rainer Maria Rilke

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Rosen und Dichter VIII

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Noch ist die blühende, goldene Zeit,
du schöne Welt, wie bist du so weit!
Und so weit ist mein Herz und so blau, wie der Tag,
Wie die Lüfte durchjubelt von Lerchenschlag.
Ihr Fröhlichen singt, weil das Leben noch mai't:
Noch ist die blühende, goldene Zeit,
Noch sind die Tage der Rosen!


Otto Roquette, 1824 - 1896

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Im Wald - Schätze

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Der gegenwärtige Augenblick ist stets voll unendlicher Schätze.

Jean Pierre de Caussade S. J., 1675 - 1751
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